Interview mit unserem Kurzzeitexperten Herrn Wischer

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Guido Wischer Elektrotechniker-Meister in Handwerk und Industrie

Aufenthalt im Iran vom 03.04.-12.04.19 als Kurzzeitexperte im Rahmen des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderten Programms der Berufsbildungspartnerschaft des BMZ. (Laufzeit: 1.10.2017 – 30.09.2020)

 

Was war Ihre Aufgabe im Iran?

Meine Aufgabe war es in ausgesuchten Städten Verbindung mit der Kammer, Unternehmen und Berufsschulen aufzunehmen, um zusammen mit dem Langzeitexperten A. Moghayedi unser duales Bildungssystem vorzustellen.  Explizit für den Fachbereich Elektrotechnik. Durch Gespräche mit den Unternehmen haben wir versucht, den Bedarf bzw. die Interessen festzustellen. Des Weiteren haben wir uns die Ausstattung der Berufsschule angeschaut und konnten Einblicke in die derzeitige Ausbildung im Iran gewinnen.

Wie sieht die derzeitige Ausbildung im Iran aus?

Die Erstausbildung wird grundsätzlich vom Staat finanziert. Der Auszubildende entscheidet sich für einen Berufszweig und meldet sich dann an der für ihn zuständigen Berufsschule an. Nach 18 Monaten macht der Auszubildende dann seine Abschlussprüfung und steht danach der freien Wirtschaft zur Verfügung. Die Ausbildung im Bereich Elektrotechnik ist in Deutschland in etwa mit der schulischen Ausbildung elektrotechnischer Assistent zu vergleichen.

Welche Vorteile bietet die duale Ausbildung im Vergleich zur Ausbildung im Iran?

Grundsätzlich ist die Ausbildung im Iran rein theoretisch. Daraus folgt, dass die Auszubildenden keine praktische Erfahrung haben. Beim dualen Bildungssystem ist diese praktische Mitarbeit im Betrieb vorausgesetzt, die Auszubildenden lernen die Betriebsabläufe kennen, werden bedarfsorientierter ausgebildet und mit zunehmender Ausbildungszeit bekommen sie immer mehr Eigenverantwortung. Werte wie Pünktlichkeit, Sauberkeit und der professionelle Umgang mit Kunden, werden bereits in der Ausbildung vermittelt. Gespräche mit den Unternehmen haben ergeben, dass gerade in diesen Bereichen Bedarf besteht.

Wie sah Ihr Arbeitsalltag im Iran aus?

Im Regelfall wurden wir nach dem Frühstück vom Shuttleservice abgeholt, sind in die örtliche Kammer gefahren und haben uns dort mit den Vertretern der Kammer, der Schulen und der Betriebe getroffen, um das duale Bildungssystem vorzustellen.  Nachmittags haben wir dann die Betriebe und Berufsschulen besucht. Es waren um die 18 Termine in fünf Tagen.

Wie empfanden Sie die Ausstattung der Berufsschulen?

Generell sind die Berufsschulen eine Kombination aus den deutschen Berufsschulen und den überbetrieblichen Lehrgangsstätten. Da der Iran gute Beziehungen nach Deutschland pflegt ist die Ausstattung im Elektrobereich vergleichbar mit unserer in Deutschland.

Was ist im Anschluss an Ihren Besuch geplant, wie geht das Projekt weiter?

Es ist geplant, dass ich bereits vor Ende des 1. Halbjahres erneut in den Iran fliege. Dort werde ich zusammen mit einem Ausbilder aus der Berufsschule einen Unterrichtsblock durchführen, so wie er bei uns im tbz Paderborn durchgeführt wird. Das heißt unter Berücksichtigung von deutschen Normen und Sicherheitsregelungen sowie Sauberkeit und Ordnung am Arbeitsplatz und in der Montage die Arbeiten durchzuführen.

Wie hat Ihnen der Aufenthalt gefallen?

Ich habe mich natürlich im Vorfeld übers Internet und durch Gespräche informiert und habe festgestellt, dass es nicht so ist wie dargestellt wird. Ich habe einen  sehr positiven Eindruck gewonnen. Landschaft war schön, Leute waren freundlich und die Hotels waren sehr schön.

Also können wir davon ausgehen, dass Sie sich über weitere Aufenthalte freuen würden?

Ja! Ich freue mich schon auf meinen nächsten Aufenthalt.